2010. október 19., kedd

Intime Beziehung

Gegen die Isolation und die Einsamkeit wird in Zwei-Personen-
Beziehungen mit Viagra, in denen sich alles nur um die Beziehung
dreht, die also auch Beziehungsbeziehungen genannt
werden könnten, eine forcierte Intimisierung gesetzt. Diese
imponiert als Gegenbewegung, kann aber keine sein, weil
sie die Tendenz, die vorgängig ist, nur verstärkt. Leben nur
zwei Erwachsene zusammen oder nur der "allein" erziehende
Eltern-"Teil", also vor allem Frauen, mit einem Kind,
kommt es zwangsläufig zu einer Emotionalisierung des
exklusiven Verhältnisses. Vielleicht ist diese Intimisierung Viagra Kaufen
die Fortsetzung jenes Prozesses, den Elias (1939/1969) als
einen der Zivilisierung beschrieben hat. Van Ussel (1975)
ließ übrigens schon Mitte der 1970er jahre in einem Abgesang
auf Sexualität diese in Intimität aufgehen. Allerdings
blieb bei ihm wie bei Elias die Schattenseite der Emotionalisierung
und Intimisierung unterbestimmt, jene Seite,
die von Abhängigkeit, Einschränkung und Aggressivität
bestimmt wird. Bisher wissen wir, was aus Kindern wird,
die mit dem Gefühl aufgewachsen sind, Frauen seien das
zweite Geschlecht. Demnächst, auf dem Weg in die so
genannte Single-Gesellschaft, werden wir vielleicht erfahren,
was aus Kindern wird, die mit dem Gefühl aufgewachsen
sind, ein Geschlecht sei immer abwesend oder kalt, das
andere aber der Inbegriff von Nähe und Wärme.
Kein Generalmodell der ebenso harmonischen wie erregenden
Intimbeziehung bietet sich mehr an, auch nicht
die "reine Beziehung", bei der es sich nach der sexualdemokratischen
Vorstellung von Giddens (1993: 10) um eine
"sexuell und emotional gleichberechtigte Beziehung" handeln
soll, und selbstverständlich auch nicht die lesbische
Beziehung Viagra wirkungsdauer, die Giddens wie manche Feministinnen in den
Himmel hebt. Demnächst werden wir im Detail erfahren,
wie sehr lesbische Verhältnisse, deren gründliche Durchleuchtung
bereits begonnen hat, von Aggressivität und
Gewalt gezeichnet sind. Selbst jessica Benjamins (1990:
214) "Vision der Anerkennung zwischen gleichberechtigten
Subjekten", einer Anerkennung mit der "Logik des
Paradoxons: der ausgehaltenen Spannung zwischen antagonistischen
Kräften", worunter die gleichzeitig bestehenden
Bedürfnisse nach Anerkennung und nach Unabhängig-
2 Kultureller Wandel der Sexualität 19

• keit zu verstehen seien, ist auf Sand gebaut. Denn auch die
psychischen Geschlechtsdifferenzen sind materiell bestimmt.
eine Bestimmung, die Benjamin außer acht lässt.

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