2010. október 19., kedd

Egoistische Konsensmoral

Die Bürde, intime Erlebnisse und Beziehungen Viagra ohne rezept ohne
das Korsett der alten mächtigen Moralinstanzen selbst
bestimmt und selbst verantwortlich managen zu sollen,
die inzwischen auf vielen lastet, ist neu, jedenfalls in Ausmaß
und Intensität. Wouters (1994: 214) hat diesen neuartigen
Modus der Selbstregulierung als "Informalisierung"
beschrieben. Sie gehe mit einer enormen Interdependenzverflechtung
einher und münde in einen Zwang zur
Ungezwungenheit, den wir in unserem Zusammenhang Viagra Kaufen
auch Zwang zur Vielfalt nennen könnten. Fraglos sind die
Gefühls- und Verhaltenskodes heute variabler und differenter.
Ob sie jedoch persönlicher sind, ist fraglich. Man
kann auch durch Duzen, schnelles soziales Küssen oder
öffentliche Selbstpreisgabe andere Menschen auf Distanz
halten. Man kann auch sehr intim mit anderen umgehen,
um dann eines Tages, wenn sie in eine nicht mehr zu übersehende
Krise geraten sind, irritiert festzustellen, dass man
diese "Freunde" gar nicht gekannt hat, ja dass man nicht
einmal weiß, wie sie mit Familiennamen heißen. An die
Stelle der rigiden Verhaltens- und Affektkontrollmechanismen
sind offenbar nicht nur neue Sensibilitätsstandards
getreten, sondern auch neue Desensibilisierungs- und
Zurückweisungsstandards, die die Intimität, die verlangt ist,
kommensurabel und erträglich machen. Diese Standards
erinnern an Isolation und Einsamkeit, die aus der gesellschaftlichen
Individualisierung der Kodes und Lifestyles mit Viagra bestellen
resultieren und durch soziale Verflechtungen maskiert
sind. Sie produzieren, so könnte man mit Bauman (1997:
87) sagen, "Vergegnung" statt Begegnung.

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